Geltendmachung Aktionärsschaden

Aktionäre, die ihren direkten Schaden geltend machen wollen, haben einen eigenen materiell-rechtlichen Anspruch.

Die Verteidigungsmittel des potentiell haftenden VR-Mitglieds richten sich gegen diesen Anspruch der direkt geschädigten Aktionäre: 

  • Anwendung ausserhalb und im Konkursverfahren der geschädigten Gesellschaft
  • Einschränkung der Aktionärs-Aktivlegitimation, wenn die geschädigte Gesellschaft selber ebenfalls direkt geschädigt ist (sog. „Biber-Praxis“) (umstritten)
    • Gegenstand der Einschränkung
      • Aktivlegitimation der direkt geschädigten Aktionäre nur dann, wenn das Verhalten des Organs gegen folgende Grundlagen verstösst:
        • aktienrechtliche Regeln, die ausschliesslich dem Aktionärsschutz dienen
        • widerrechtliches Verhalten nach OR 41
        • culpa in contrahendo
    • Ziel der Rechtsprechung
      • Vermeidung eines Wettlaufs zwischen Konkursverwaltung und den geschädigten Aktionären um die Vollstreckung in die haftenden Vermögen der verantwortlichen VR-Mitglieder
    • Auswirkung auf die Verteidigungsmittel des beschuldigten VR-Mitglieds
      • Gegenüber den direkt geschädigten Aktionären sind die Einwendungen und Einreden abgeschnitten
      • Aushebelung der „Biber-Praxis“ und Bewerkstelligung der Zulassung von Einwendungen und Einreden durch folgende Hilfsmittel

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